Das Rurtal-Gymnasium als UNESCO-Schule

Ansprechpartner: Frau Kirsch, Frau Kames, Frau Heinemann, Frau Perse, Herr Dr. Hickel

 

Dr. Werner Hickel

 

 

 

 

E-Mail:

f.sonnenberg@rurtalgymnasium.de

w.hickel@rurtalgymnasium.de

„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ Dies ist der Leitsatz der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit Sitz in Paris, formuliert nach Ende des zweiten Weltkriegs 1945.

Die Unesco verfügt über ein weltweites Netz aus ca. 10.000 UNESCO-Projektschulen, davon 200 in Deutschland und 36 in Nordrhein-Westfalen. Das RTG ist – als einzige Schule im Kreis Düren – dem Netzwerk im Oktober 2015 als „interessierte“ Unesco-Schule beigetreten. In diesem Schuljahr werden wir „mitarbeitende Unesco-Schule“, ehe wir im übernächsten Schuljahr als „Unesco-Projektschule“ die höchste Ebene des Netzwerks erreichen.

Es gibt sechs Unesco-Arbeitsbereiche: „Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung“, „Interkulturelles Lernen / Zusammenleben in Vielfalt“, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Global Citizenship“, „Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter“ und  „Unesco-Welterbeerziehung“.

Es ist uns wichtig, auch im kulturellen Bereich umfassend und gemeinsam, d.h. von   Lehrern,   Schülern und  Eltern getragen, aktiv zu sein. Wir sind überzeugt, dass nur die Verbindung des mathematisch-naturwissenschaftlichen mit dem kulturellen Bereich wirklich nachhaltiges Denken und Handeln ermöglicht.

Unesco-Aktivitäten am RTG

Um an die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl im Jahre 1986 zu erinnern, erklärte die Unesco den 26. April eines jeden Jahres zum Unesco-Projekttag. Während sich unsere Schülerinnen und Schüler am 26. April 2016 intensiv mit verschiedenen Ländern Südamerikas beschäftigt und das unter dem Unesco-Motto „Schau hin, misch dich ein!“ stehende Schulfest am Ende des Schuljahres 2015/16 vorbereitet hatten, startete das RTG am 26. April 2017 einen schulweiten gemeinsamen Spendenlauf unter dem Motto „Ein gemeinsames Ziel“ – und dieses Ziel war natürlich unsere Schule.

Und so machten sich unsere Schülerinnen und Schüler in Begleitung ihrer Lehrerinnen und Lehrer „auf die Socken“. Mit der Rurtalbahn, an die kurzerhand zusätzliche Wagen angehängt wurden, erreichten sie ihre Startpunkte. Dabei konnten sie wählen, ob sie wandern oder laufen wollten, und ob es neun, 13, 17 oder 20 Kilometer sein sollten.

Das sind Entfernungen, die viele Kinder in der Welt täglich zu Fuß, auf Eseln und Pferden oder Ladeflächen von Lastwagen zurücklegen müssen, um ihre Schule zu erreichen. Die Schule um die Ecke – was für uns selbstverständlich ist, ist in anderen Ländern schlichtweg nicht vorhanden. Sehr anschaulich wurde dies in dem Film „Auf dem Weg zur Schule“ dokumentiert, den die gesamte Schülerschaft im Anschluss an ihre Wanderung oder ihren Lauf im Rurtal-Gymnasium anschauten.

Das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler war überwältigend, und entsprechend tief mussten die vorher eingeworbenen Sponsoren in die Tasche greifen: Die Schülerschaft erwanderte und erlief die stolze Summe von 6000€!

Das Geld kam einerseits unserer Schülervertretung zu – schließlich hat die Schülerschaft das Geld auch „erwirtschaftet“. Das Mobiliar des Oberstufen-Aufenthaltsraums wurde verbessert, Spiele für die Spieleausleihe in den Pausen angeschafft und vieles mehr.

Ein weiterer Teil fließt – in Zusammenarbeit mit der Stadt Düren – in die Gestaltung des kleinen Schulhofs, auf dem Sitzgelegenheiten, eine Slack-Line u.a. installiert werden.

Und 2000€  haben wir erneut an das Kinderheim Poconas in Sucre (Bolivien) gespendet. Das Heim finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Am 1. Juni 2017 fand die Übergabe unserer Spende in unserem Hause statt. Zusammen mit Armin Lersch und Rudolf Meurer von der Pfarre St. Anna besuchte die bolivianische Schwester Silvia von den Trierer Josefschwestern unsere Schule und berichtete den gebannt lauschenden 200 Schülerinnen und Schülern vom oftmals schweren Leben im Kinderheim. Im Anschluss an den von vielen Fotos vom Heim und seinen Bewohnern begleiteten Vortrag (den Sie  hier finden) hatten unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen – und sie hatten soviele klare und wichtige Fragen, dass die Veranstaltung leicht noch eine Stunde länger hätte dauern können.

„Euer Geld wird garantiert bei den Kindern ankommen“, versprach Armin Lersch. Unter anderem sollen Schuluniformen angeschafft werden, die in Bolivien Pflicht sind.

Bereits 2016 spendete unsere Schule 1500€ – den Erlös des Schulfestes – an die an das Kinderheim angeschlossene Backstube in Sucre. Dass dieses Geld sinnvoll verwendet wurde, zeigte Armin Lersch in einer Bilderserie. Die Backstube wurde ausgebaut – auch mit unseren Spenden!

In diesem Schuljahr möchten wir wiederum spenden, den Kontakt aber vor allem durch Brieffreundschaften und andere Aktivitäten intensivieren.

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien, vom 10.-12.7. 2017, fanden dann die Projekttage am RTG statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten in den zwei Bereichen „Unesco“ und „MINT“ aus mehr als 50 Projekten wählen. Die Themen im Unesco-Bereich reichten von „Nordkorea möchte nicht, dass du diesen Film siehst“ über  „Trier – Eine Reise in die älteste Stadt Deutschlands“ „Japanologie“, „Verrückt? Na und!“ und „Welterbe in Gefahr“ bis zu „Begrüßungen in aller Welt“ sowie „Müllsammeln an der Rur“.

Die vollständige Vorstellung aller Projekte finden Sie hier.

Einen lebhaften Einblick in die vielfältigen Aktivitäten ermöglicht der Projektzeitungsblog, der während der Projekttage entstand und hier erreichbar ist.

Kurz vor den Projekttagen nahmen vier Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF an einem mehrtägigen Menschenrechtsseminar der Unesco-Schulen in einem Schullandheim in der Eifel teil. Das Seminar trug den Titel „Quo Vadis Demokratie – rückt die Welt nach rechts?“ Diskutiert wurden viele spannende Fragen, z.B.: Wo liegen die Ursachen für den Siegeszug der Populisten? Welche Rolle spielen soziale Ängste? Ist unsere Demokratie in Gefahr? Was bedeuten diese gesellschaftlichen Entwicklungen für mich persönlich?

Sodann fand wiederum der seit Jahrzehnten bestehende Schüleraustausch zwischen dem RTG und dem Gymnasium Jana Nerudy in Prag statt. Sowohl der Besuch unserer Schüler in Prag als auch der Prager Schüler in Düren war von großer Herzlichkeit und großem Interesse an der jeweiligen Heimat geprägt. Darüber hinaus fallen in diesen Bereich der ebenfalls jährliche Belgien-Austausch sowie die England- und Romfahrt.

Die Integration der 16 – aus Syrien, Irak, Iran, Rumänien, Italien und der Türkei stammenden – Schülerinnen und Schüler unserer Sprachfördergruppen ist natürlich ebenfalls ein Unesco-naher Prozess. Diese Integration gelingt uns immer besser. Alle Schülerinnen und Schüler der Sprachfördergruppen gehören bereits seit dem vergangenen Schuljahr unseren Regelklassen an, an deren Wandertagen, Klassenfahrten und anderen Aktivitäten sie möglichst umfassend teilnehmen. Die Sprachförderung umfasst zehn bis zwölf Unterrichtsstunden, in denen die Schülerinnen und Schüler nicht am Regelunterricht teilnehmen. Das Zugehörigkeits-Gefühl hat sich positiv entwickelt und inzwischen wissen alle, „woran sie sind“.

Das Rurtal-Gymnasium ist bereits „Schule der Zukunft“ und „Eifelnationalpark-Schule“. Viele der diesbezüglichen Aktivitäten (Wanderfahrten, Wildniswerkstätten, Garten-AG, Recycling-Aktionen, u.v.a.) sind der UNESCO-Idee der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ nahezu automatisch verpflichtet.

Mit Beginn dieses Schuljahrs startet der Aufbau eines Schülersanitätsdienstes im Rahmen eines RTG-Projektkurses. Da die 15 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die sich für diesen Kurs angemeldet haben, natürlich erst eine fundierte Ausbildung durchlaufen müssen, wird es noch eine ganze Weile dauern, ehe sie zu wirklichen „Einsätzen“ gerufen werden können. Den jeweils aktuellen Stand des Projektkurses gibt es unter „Aktuelles“.

Zu den für die Unesco-Idee zentralen Begriffen zählen natürlich der Wert des Lebens und die Solidarität mit Hilfsbedürftigen. Die im vergangenen Schuljahr unterzeichneten Kooperationen zwischen dem Rurtal-Gymnasium und der LVR-Klinik Düren sowie dem Krankenhaus Düren helfen uns sehr dabei, diese Begriffe mit Leben zu füllen. So verbrachten RTG-Schüler den „Boy´s Day“ in der auf seelische Erkrankungen spezialisierten LVR-Klinik und ein Mitarbeiter derselben hielt einen überaus kurzweiligen und interessanten Vortrag über die körperlichen und seelischen Grundlagen der Pubertät an unserer Schule. In diesem Schuljahr ist u.a. der Besuch von Schülern der Suchtstation der Klinik geplant. Die Kooperation mit dem Krankenhaus Düren wurde ebenfalls sofort nach dem Start lebendig, indem drei Projekte der oben beschriebenen Projekttage im Krankenhaus stattfanden. Auch hier finden Sie alle Aktivitäten stets unter „Aktuelles“.

 

Ausblick

Anfang November nimmt das Unesco-Team des RTG an der landesweiten Unesco-Tagung in Soest teil und wird von dort mit vielen neuen Ideen zurückkommen.

Den Abschluss des Schuljahres 2016/17 werden die unter dem dann aktuellen Unesco-Motto (welches noch nicht veröffentlicht ist) stehenden Projekttage vom 10.-13. Juli 2017 bilden. Am Unesco-Projekttag, dem 26. April 2017, wird ein schulweiter Spendenlauf zugunsten des Kinderheims in Bolivien stattfinden. Diese und weitere Aktivitäten finden Sie zum gegebenen Zeitpunkt hier und unter „Aktuelles“.