Mit einer beeindruckenden Aufführung des Theaterstücks „Geschlossene Gesellschaft“ nach Jean-Paul Sartre hat der Literaturkurs der Q1 des Rurtal-Gymnasiums sein Publikum begeistert. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung zu einem ebenso spannenden wie nachdenklich stimmenden Theaterabend und belohnten die Leistung der Schülerinnen und Schüler mit lang anhaltendem Applaus.
Die Inszenierung überzeugte nicht nur durch das engagierte Spiel des Ensembles, sondern auch durch ihre kreative Umsetzung. Besonders die gelungene Verbindung von Live-Theater und eigens produzierten Videosequenzen verlieh dem Stück eine besondere Intensität. Erinnerungen, Gedanken und innere Konflikte der Figuren wurden für das Publikum eindrucksvoll sichtbar und eröffneten neue Zugänge zu Sartres anspruchsvollem Werk.
Eine besondere Rolle kam an diesem Abend auch dem Publikum zu. Noch vor Beginn der Aufführung wurden die Besucherinnen und Besucher eingeladen, sich anonym und freiwillig mit zwei persönlichen Fragen auseinanderzusetzen:
- Was bereuen Sie am meisten in Ihrem Leben?
- Bereuen Sie etwas in Ihrem Leben, was Sie nicht getan haben?
Die zahlreichen schriftlichen Antworten zeigten, wie universell die Themen Schuld, Verantwortung, verpasste Chancen und persönliche Entscheidungen sind – genau jene Fragen, die auch im Zentrum von Sartres Drama stehen.
Im Anschluss an die Aufführung wurden ausgewählte Antworten von Schülerinnen und Schülern exemplarisch vorgelesen. Dieser besondere Moment schuf eine direkte Verbindung zwischen dem philosophischen Gehalt des Stücks und den Erfahrungen der Anwesenden. Die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum wurden aufgehoben, und deutlich wurde, dass Sartres Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmung und Verantwortung weit über den Theaterabend hinausreichen. Viele Besucherinnen und Besucher empfanden diese Form der Beteiligung als besonders bewegend.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Menschen, die nach ihrem Tod in einem geschlossenen Raum aufeinandertreffen. Ohne Möglichkeit zur Flucht und unter den unablässigen Blicken der anderen werden sie mit ihrer Vergangenheit, ihren Entscheidungen und ihrer Verantwortung konfrontiert. Die Schülerinnen und Schüler verstanden es sehr gut, die psychologischen Spannungen und die beklemmende Atmosphäre des Stücks auf die Bühne zu bringen.
Darüber hinaus regte die Aufführung zur Auseinandersetzung mit zentralen Fragen des Existenzialismus an: Was bedeutet Freiheit? In welchem Maß sind wir für unser Handeln verantwortlich? Und wie sehr beeinflusst das Urteil anderer unser Selbstbild? Die Inszenierung machte deutlich, dass Sartres Gedanken auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben und weiterhin wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben geben.
Der Erfolg des Abends ist das Ergebnis der engagierten Arbeit vieler Beteiligter. Ein herzlicher Dank gilt allen Schauspielerinnen und Schauspielern, den Verantwortlichen für Technik und Videoproduktion sowie allen Helferinnen, Helfern und Ideengebern (z. B. Frau Lohmann u. Herrn Ritter), die dieses Projekt ermöglicht haben. Besonders hervorzuheben ist die große Einsatzbereitschaft des Literaturkurses, der sich mit Kreativität, Ausdauer und Teamgeist dieser anspruchsvollen Theaterproduktion gewidmet hat.
Ebenso danken wir unserem Publikum für die große Resonanz, die Aufmerksamkeit und die vielen positiven Rückmeldungen. Sie haben dazu beigetragen, dass dieser Theaterabend zu einem besonderen Erlebnis wurde.
Der Literaturkurs blickt stolz auf eine gelungene Aufführung zurück und freut sich, dass es gelungen ist, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken und Philosophieren anzuregen. Sartres Werk hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und relevant Theater sein kann – gerade dann, wenn es große Fragen des menschlichen Zusammenlebens aufgreift.
Marion Kinast
(Leiterin des Literaturkurses)




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