Schülerstudent vom Rurtal-Gymnasium Düren

Im Sommersemester 2016 nahm Niklas Scheidweiler, ein Schüler aus der 9a, erstmalig am Projekt ,,Schüler an der Universität’’ der Universität zu Köln teil.

Pilotprojekt der Universität Köln

Bei dem Projekt bekommen Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, schon während der Schulzeit etwas ,,Uni-Luft’’ zu schnuppern und zu fühlen, wie es sein könnte, nach dem Abitur zu studieren.
Im Wintersemester 2000/01 begann es als ein Pilotprojekt der Uni Köln, welches seitdem von der Hochbegabtenstiftung der Kreissparkasse Köln unterstützt und mitgetragen wird.
Im Zuge dessen besuchen Schüler seit über 15 Jahren Vorlesungen und Seminare in den unterschiedlichsten Fachgebieten: Von Naturwissenschaften über Jura bis hin zu den Geistes- und Kulturwissenschaften.
Den Teilnehmern wird somit die Möglichkeit gegeben, aus Veranstaltungen der mathematisch-naturwissenschaftlichen, der rechtswissenschaftlichen sowie der philosophischen Fakultät zu wählen.
Aufgrund seines großen Erfolgs gibt es das Projekt mittlerweile an fast allen Universitäten in NRW.
Darunter sind beispielsweise die Universitäten von Aachen, Bielefeld, Bonn oder Bochum.
Aber auch bundesweit gibt es das Projekt, etwa an der TU Berlin oder der Uni Frankfurt.

unbenanntSchülerstudium Jura

Wie oben bereits gesagt, bietet auch die rechtswissenschaftliche Fakultät seit dem Sommersemester 2009 die Möglichkeit eines Schülerstudiums, wie er es absolviert hat. Bei Recherchen für ein Praktikum am Amtsgericht Düren stieß er durch Zufall auf der Seite der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln auf das Projekt.
Nach einem Gespräch mit dem Schulleiter Herrn Dr. Hickel und einer Bewerbung erhielt er schließlich die Zusage.
Seit dem 1. April 2016 studiert er daher als Schülerstudent Rechtswissenschaften an der Uni Köln.

Beginn des Studiums

2Am 15. April 2016 fand seine erste Vorlesung zum Thema ,,Strafrecht’’ von 12.00 bis 15.30 Uhr statt. Deswegen durfte er die Schule jeden Freitag bis zum 8. Juli 2016 schon um 10.30 Uhr verlassen und machte sich auf den Weg zum Campus nach Köln Lindenthal.
Außerdem nahm er einmal wöchentlich an einer Arbeitsgemeinschaft teil, in der das in der Vorlesung vermittelte Wissen über Körperverletzung, Totschlag und Sachbeschädigung anhand von Fällen praktisch geübt und angewandt wurde.

Sehr viel Arbeit

Es gibt allerdings auch Dinge, über die man sich vor einer Bewerbung Gedanken machen sollte. Diese wären zum Beispiel, dass man als Schüler oftmals eine 50-Stunden-Woche hat, weshalb man sich genau überlegen sollte, ob man mit der Doppelbelastung zurecht kommt oder, dass man aufgrund von G8 und dem damit verbundenen ,,Turbo-Abi’’ oftmals unter hohem Leistungsdruck steht. Außerdem muss man damit rechnen, dass man (noch) weniger Zeit für Freunde oder Hobbys hat, denn der in der Schule verpasste Unterricht muss natürlich eigenverantwortlich zu Hause nachgearbeitet werden. Gleichzeitig lernt man für Klassenarbeiten etc. und man muss auch den Uni-Stoff wiederholen sowie die Vorlesungen gegebenenfalls nach- aber auch vorbereiten.

Anrechnung von Leistung im Studium

Ein großer Vorteil für ein Schülerstudium ist die Möglichkeit der Anrechnung von den als Schüler erbrachten Leistungen mit sog. Leistungsnachweisen, welche man bei Bestehen der, am Ende des Semesters geschriebenen, Abschlussklausur bekommt.
Diese Klausur kann man sich dann in einem späteren Studium des selben Fachs an der selben Universität anrechnen lassen und muss dieses somit nicht noch einmal belegen.
Allerdings erhält man auch bei Nichtbestehen oder, wenn man die Klausur nicht mitschreibt, einen Leistungsnachweis, den man sich allerdings nicht anrechnen lassen kann.
Mit den Nachweisen erhöht man des Weiteren auch die Chancen für ein Stipendium ausgewählt zu werden, da man so aus der Menge hervorsticht und zeigen kann, dass man schon im jungen Alter sehr belastbar war und bereit war, über das geforderte Maß hinaus zu gehen.

Für wen?

Das Schülerstudium eignet sich für viele Leute: Zum einen ist es eine gute Möglichkeit für Schüler, die noch nicht wissen, ob oder was sie nach der Schule studieren sollen, herauszufinden, ob ihnen das Studium liegt. Zum anderen kann es aber auch als Bestätigung dienen, dass man das Studium ,was vielleicht zum ,,Traumberuf’’ führt oder was man anstrebt, schaffen kann.
Allerdings muss man für eine Teilnahme kein Überflieger oder Hochbegabter sein. Viel wichtiger ist es, dass man Interesse am Fach hat, fleißig ist und sich motivieren kann. Aber auch etwas Spaß am Lernen hat.

Fazit

Für mich hat sich das vergangene Semester als Schülerstudent auf jeden Fall gelohnt, denn man lernt viele neue Sachen, man lernt die Uni kennen und wie es dort abläuft. So kann einem die Umstellung von Schule auf Universität später besser und vor allem schneller gelingen, da es schon ein sehr großer Unterschied ist.
Allerdings darf man die Doppelbelastung auch nicht unterschätzen. Denn es ist ja nicht so, dass ein Fach wegfällt, anstelle dessen man dann für die Uni lernen kann. Man hat genau wie jeder andere Schüler 12 oder 13 Fächer und lernt danach beziehungsweise noch zusätzlich für die Universität.
Trotz Allem würde ich mich, glaube oder denke ich, erneut bewerben und es genau so machen, auch weil ich weiß, dass man, wenn es wirklich gar nicht funktionieren sollte, das Projekt Schülerstudium abbrechen kann, wann immer man möchte.
Allen, deren Interesse ich vielleicht geweckt habe, rate ich, die Noten nicht aus den Augen zu verlieren, denn die Schule ist trotz Allem immer noch wichtiger und sollte oberste Priorität haben.
Ansonsten hoffe ich auch im kommenden Semester wieder am Projekt ,,Schüler an der Universität’’ teilzunehmen zu dürfen.’’

Bilder: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/f/fe/SiegelUniKoeln.svg/225px-SiegelUniKoeln.svg.png
http://www.unicp.de/artikel/images/gallery/uni_koeln_2.jpg